Shotokan-Karate

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Was ist Shotokan-Karate-Do?


Der Ursprung:


Die Wurzeln des Karate sind auf den japanischen Ryukyu-Inseln, in der Präfektur Okinawa zu suchen.


In der Präfektur Okinawa gab es in den vergangenen Jahrhunderten mehrere Regierungserlässe, wo das Besitzen und Tragen von Waffen verboten wurde. Ebenso verboten war das Training von waffenlosen Kampfkünsten. Auf Grund des Verbotes wurden waffenlose Kampfkünste nur mündlich im Training vom Meister zum Schüler weitergegeben. Dies wurde unter größter Geheimhaltung getan. Auf Zuwiederhandlungen gegen die Regierungserlässe stand nicht selten die Todesstrafe.


Durch die Übergriffe bewaffneter Einheiten auf die Bevölkerung und mehrerer kriegerischer Auseinandersetzungen wurden die alten Meister gezwungen ihre waffenlosen Verteidigungskünste über die Jahrhunderte hinweg ständig weiterzuentwickeln, zu verfeinern und zu präzisieren. Diese waffenlosen Künste trugen allerdings noch nicht den Namen Shotokan-Karate, sondern wurden unter dem Oberbegriff "Okinawa-te" zusammengefasst.

Karate und Gichin Funagoshi:


Die Entstehung des heutigen Shotokan-Karates ist eng mit dem Namen Gichin Funagoshi verbunden.
Gichin Funagoshi wurde am 10. November 1868 in der Präfektur Okinawa als Sohn einer Samurai-Familie geboren. Er erlernte das Okinawa-Te bereits als Grundschüler bei Meister Azato. Dieser war ein ranghoher Samurai und einer der herausragenden Kampfkünstler seiner Zeit. Der Stil, den Funagoshi gelehrt bekam, war sehr kämpferisch und von seinem Aufbau her sehr auf die Umsetzung von Energie in Bewegung konzipiert.
Über Meister Azato erhielt Gichin Funakoshi Kontakt zu Meister Itoso, einem ebenfalls ranghohem Samurai. In der Schule von Itosu gab es, völlig untypisch für die damalige Zeit, ein Angebot von 23 Kata. Darunter Einige wie Tekki, Bassai, Chinte, Jion und Kushanku (Kanku-Dai). Diese Katas haben sich über Funagoshi bis in die heutige Zeit überliefert. Meister Itosu galt als unbesiegbarer Kämpfer. Er wurde auch "Die heilige Faust" genannt. Sein Karate lebte von starken Techniken und der Grundiedee, dass Hände und Füße Waffen seien.
Durch die Ausbildung bei diesen herausragenden Lehrern und wegen seines feinen Charakters wurde Funagoshi von den Meistern Okinawas auserwählt, 1921, einer offiziellen Einladung des japanischen Kultusministeriums zu folgen und in Tokio bei einer großen Vorführung das Okinawa-Te zu demonstrieren.
In dieser Zeit änderte sich die Bezeichnung des Wortes Okinawa-te in Karate. Karate bedeutete in seiner geschriebenen Form ursprünglich übersetzt "Chinesische Hand". Funagoshi änderte das Schriftzeichen für Kara in ein gleich ausgesprochenes aber anders geschriebenens Schriftzeichen um, welches "Leer" bedeutet. So wird seit den 1920iger Jahren das Karate-Do als Weg der "Leeren Hand" bezeichnet.
Die im ja 1921 stattgefundene Vorführung von Funagoshi hatte entscheidenende Auswirkungen auf die Verbreitung von Karate in ganz Japan. Nicht zuletzt weil daraus eine lebenslange Freundschaft zu dem Judo-Meister Jigoro Kano enstand. Er öffnete G. Funagoshi viele Türen in der Welt der japanischen Kampfkünste.



Verbreitung des Karate in Japan:


Zunächst unterrichtete Funagoshi nur im Leseraum einer Studentenunterkunft. Kurze Zeit später ergab sich jedoch die Möglichkeit Karate in verschiedenen Tokyoer Universitäten als Training anzubieten. Dieser Schritt trug stark zur Verbreitung des Karate in Japan bei.
1936 konnte Gichin Funagoshi in Tokyo sein erstes privates Dojo eröffnen. Es trug den Namen "Shoto" (Pinienrauschen). Shoto war der Künstlername Funagoshis. Zusammen mit dem Begriff "kan", was so viel wie Haus bedeutet, hies der Trainingsort Shotokan. Dieser Begriff setzte sich für das von Funagoshi gelehrte Karate durch. Heute wird dieser Stile allgemeinen als Shotokan-Karate bezeichnet.
In Funagoshis 1. Dojo (Trainingsort) trainierten unter Anderem bekannte Meister wie Nishiyama , Nakayama , Egami , Kase und Kanazawa .
Meister Funagoshi schuff somit die Grundlage für das moderne Karate wie wir es heute kennen. Er starb 1957 in Tokyo in einem hohem Alter von 89 Jahren. Funagoshi war dem Grunde nach Pazifist. Dies spiegelt sich in einem seiner Leitsätze wieder "Karate-Ni-Sente-Nashi", was so viel bedeutet wie "Im Karate gibt es keinen 1. Angriff".
Der entgültigen Durchbruch des Karate in Japan wurde durch seinen Sohn Yoshitaka Funagoshi erreicht. Er entwickelte die Techniken seines Vaters weiter und vertrat vor Allem den kämpferischen Stil des Meisters Itosu. Leider ist dieser Durchbruch auch mit einer Schattenseite behaftet. In der Zeit des japanischen Imperialismus und zur Zeit des 2. Weltkrieges stand u. a. auch das Shotokan-Karate unter dem Druck dem Wohle Japans zu dienen. Yoshitaka Kanazawa war ein glühender Verfechter dieser Devise. So erhielt das Karate Einzug bei der militärischen Ausbildung der Soldaten. Yoshitaka half militärischen Spezialeinheiten, mit einer gezielten Karateausbildung, sich auf den Kriegseinsatz vorzubereiten. Dies stand im krassen Widerspruch zur eher defensiven Auslegung vom Karate seines Vaters. Sein Vater, in den 40-iger Jahren bereits 70 Jahre alt, konnte der Entwicklung wenig entgegensetzen. Yoshitaka Kanazawa starb jedoch sehr früh, im Jahr 1945, an Tuberkulose.


Wird fortgesetzt!!!